Fahrzeug zu schnell erwischt

Fra­ge:  Habe mir letz­te Woche einen Kran­ken­fahr­stuhl Ligier Ambra Bau­jahr 1998 mit einer Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf 25 km/h gekauft. Jetzt war ich heu­te in einer Poli­zei­kon­trol­le und die haben mir mein Fahr­zeug beschlag­nahmt und wol­len prü­fen, wie schnell das Fahr­zeug wirk­lich fährt. Es steht zwar 25 km/h auf dem Fahr­zeug, aber tat­säch­lich fährt aber es etwas schnel­ler, und die mein­ten, ich wür­de eine Prüf­be­schei­ni­gung benö­ti­gen, ob wohl ich alle erfor­der­li­chen Unter­la­gen mit­ge­führt hat­te. Von daher mei­ne Fra­ge: muss in den Papie­ren “Kran­ken­fahr­stuhl” drin­nen ste­hen oder ist der Ligier Ambra auch Füh­rer­schein frei, wenn er Bau­jahr 1998 ist und sonst alle Kri­te­ri­en erfüllt? Wie gehe ich da jetzt wei­tet vor und was soll ich tun, dass ich das Fahr­zeug wie­der bekom­me und wei­ter­hin damit fah­ren darf?

 

Ant­wort: wie sagt man so schön …. dumm gelau­fen! Wenn man ein Fahr­zeug mit Geschwin­dig­keits­be­gren­zung im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr führt, und dabei die in den Papie­ren ein­ge­tra­ge­ne „begrenz­te Geschwin­dig­keit“ wesent­lich über­schrei­tet, dann erlischt die Betriebs­er­laub­nis.

Das heißt für Sie, dass das Fahr­zeug so nicht mehr im Stra­ßen­ver­kehr geführt wer­den darf, weil es gar kein „defi­nier­tes“ Fahr­zeug mehr ist. Denn offen­sicht­lich ist Ihr Fahr­zeug kein 25 km/h Fahr­zeug, wie in den alten Papie­ren ver­merkt. Denn es ist ja tat­säch­lich schnel­ler als 25 km/h gefah­ren wor­den. Das ist der Vor­wurf. Und dar­um wur­de für die­ses Fahr­zeug die Betriebs­er­laub­nis  gelöscht.

Zu aller­erst soll­ten Sie ein­mal fest­stel­len, ob es sich bei Ihrem gekauf­ten Fahr­zeug um ein in den Papie­ren ver­merk­ten “Kran­ken­fahr­stuhl” mit einer Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf 25 km/h han­delt, die ja bekann­ter Wei­ser ohne Füh­rer­schein gefah­ren wer­den dür­fen, oder um ein Leicht­kraft­fahr­zeug, dass auf 45 km/h begrenzt wur­de und nur mit einem Füh­rer­schein AM oder höher betrie­ben wer­den darf.

Unab­hän­gig davon heißt das jetzt für Sie, ein neu­es Voll­gut­ach­ten erstel­len las­sen. Habe im Forum eini­ge Arti­kel dazu ver­fasst. Lesen Sie bit­te hier ….

unter Fra­gen zur Tech­nik  oder unter Papie­re und Vollgutachtenvollgutachten/

Rück­fra­ge: Heißt das für mich, ich muss das Fahr­zeug auf ca 25 km/h dros­seln las­sen und beim TÜV ein neu­es Gut­ach­ten erstel­len las­sen muss, um damit wie­der fah­ren zu dür­fen?

Ant­wort: Eigent­lich steht ja in Ihren Papie­ren, dass es sich um einen Kran­ken­fahr­stuhl mit 25 km/h-Begren­zung han­delt. Wird bei Ihrem Fahr­zeug eine Mani­pu­la­ti­on fest­ge­stellt, weil das Fahr­zeug ganz erheb­lich schnel­ler fah­ren kann, dann ist Ihre Betriebs­er­laub­nis erlo­schen. Das heißt, Sie dür­fen so das Fahr­zeug nicht wie­der in den Ver­kehr brin­gen. Das Fahr­zeug muss wie­der so umge­baut wer­den, am bes­ten von einer Werk­statt, und dann ein neu­es Gut­ach­ten erstellt wer­den. Hier wird dann von einem Sach­ver­stän­di­gen fest­ge­stellt, dass das Fahr­zeug nun­mehr nicht schnel­ler als 25 km/h fah­ren kann. Nach der Abnah­me­prü­fung bekom­men Sie vom Sach­ver­stän­di­gen neue Blan­ko­pa­pie­re mit denen Sie zum Kraft­ver­kehrs­amt müs­sen (das geht auch ohne Fahr­zeug) (Ver­si­che­rungs­kenn­zei­chen nicht ver­ges­sen) um das Fahr­zeug neu regis­trie­ren zu las­sen.

Ja ich weiß … ein lan­ger Weg … aber anders gehts nicht.

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