Geschwindigkeit auf 45 km/h drosseln

Im Nor­mal­fall fährt ja so ein Ligier AMBRA gute 65 km/h. und hat dann natür­lich auch ein ganz nor­ma­les gro­ßes Kenn­zei­chen (vorn und hin­ten), wie alle ande­ren Kraft­fahr­zeu­ge auch. Dann sind natür­lich auch all die­se Kos­ten wie TÜV, ASU, KFZ-Steu­ern und zum Füh­ren des Fahr­zeugs ein Pkw-Füh­rer­schein fäl­lig. Des­halb wur­den die meis­ten Ligier AMBRA auf 45km/h her­ab­ge­setzt, weil dann die Kos­ten für TÜV, ASU, Kfz-Steu­ern ent­fal­len und zum Füh­ren des Fahr­zeugs nur ein Moped­füh­rer­schein AM oder gar kein Füh­rer­schein benö­tigt wer­den.
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Über das Her­ab­set­zen der Geschwin­dig­keit wer­den ja im Inter­net die tolls­ten Geschich­ten erzählt. Rich­tig ist … las­sen Sie das Fahr­zeug von einer Werk­statt auf die gewünsch­te Geschwin­dig­keit dros­seln. Sie kön­nen das natür­lich auch sel­ber machen. Aber abschlie­ßend muss die ein­ge­stell­te Geschwin­dig­keit von einem Sach­ver­stän­di­gen (DEKRA, TÜV) abge­seg­net wer­den. Denn nur die­se Leu­te kön­nen Ihnen dann auch die begehr­te Beschei­ni­gung (Ein­zel­ge­neh­mi­gung gem. §4Abs.5 FZV) aus­hän­di­gen, die Sie spä­ter bei der Ver­si­che­rung zur Anmel­dung und danach für das Kraft­ver­kehrs­amt zur Regis­trie­rung benö­ti­gen.  Ab jetzt heißt es … kein TÜV mehr, kein ASU mehr, kei­ne Steu­ern mehr, und als Füh­rer­schein benö­ti­gen Sie nur noch den Moped­füh­rer­schein Klas­se AM.
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Was kos­tet das ver­än­dern der Höchst­ge­schwin­dig­keit in einer Werk­statt? Für den Umbau kom­men etwa 2,5 Stun­den, also gute 150,- € zusam­men. Hin­zu kom­men Tei­le wie Geschwin­dig­keits­ge­ber, Plom­ben und Schil­der für etwa 90,- € (2014). Alles Prei­se inklu­si­ve MwSt.

Was kos­tet eine Abnah­me (Voll­gut­ach­ten) der DEKRA/TÜV? Wenn sie sel­ber die Abnah­me des Fahr­zeugs regeln wol­len, so den­ken sie bit­te dar­an, zuvor tele­fo­nisch nach­zu­fra­gen, ob es dort einen ent­spre­chen­den Gut­ach­ter gibt. Also … Gut­ach­ten gemäß §21STVO PO36777005395. Inklu­si­ve Beschei­ni­gung über die Ein­zel­ge­neh­mi­gung gem. § 4 Abs. 5 FZV (für zulas­sungs­freie Fahr­zeu­ge lt. §3 Abs. 2 Nr.1 und 2 FZV). Kos­tet bei der DEKRA 110,50 € inkl. MwSt. (2014). Ich habe Ihnen ein­mal eine Bild­se­rie über die Doku­men­te ein­ge­stellt.

Am Fahr­zeug die Geschwin­dig­keit dros­seln: Gehen wir ein­mal davon aus, dass sie die Umbau­ten zum Geschwin­dig­keits­dros­se­lung sel­ber vor­neh­men wol­len. Was immer sie auch machen … es muss spä­ter von einem Sach­ver­stän­di­gen abge­nom­men wer­den. Und die­ser Sach­ver­stän­di­ge muss davon über­zeugt wer­den, dass eine all­zu leich­te Mani­pu­la­ti­on nicht mög­lich ist.

1.) Vario­ma­tik, also die Auto­ma­tik blo­ckie­ren.  In der Regel ist es ja so, dass durch Erhö­hung der Motor­dreh­zahl in der obe­ren Vario­ma­tik zwei Kegel­schei­ben zusam­men gepress oder wie­der zusam­men­zie­hen. Sind die bei­den Schei­ben zusam­men­ge­presst, also hat der Motor die höchs­te Dreh­zahl, dann läuft der Antriebs­rie­men auf der äußers­ten Kann­te der Kegel­schei­ben. Das heißt, der Antriebs­rie­men läuft mit der höchst mög­li­chen Geschwin­dig­keit und über­trägt die­se Geschwin­dig­keit auf die unte­re Sekun­där-Vario­ma­tik. Wird nun zwi­schen den bei­den Kegel­schei­ben in der obe­ren Vario­ma­tik ein oder zwei Metall­schei­ben gelegt, dann kann sich die Vario­ma­tik nicht mehr so stark zusam­men­zie­hen. Folg­lich wird der Antriebs­rie­men nicht mehr so schnell trans­por­tiert … ergo, das Fahr­zeug hat zwar immer noch die glei­che Leis­tung, aber es fährt lang­sa­mer. Wie lang­sam, ent­schei­den sie durch die Stär­ke der Scheibe(n).

Schau­en sie sich ein­mal den Bericht Vario­ma­tik repa­rie­ren an. Hier wird ihnen gezeigt, wie sie die Vario­ma­tik zer­le­gen kön­nen.

2.) Ver­ga­ser ver­plom­ben. Es besteht auch die Mög­lich­keit, unmit­tel­bar am Ver­ga­ser die Rän­del­schrau­be die zwi­schen Bow­den­zug-Hül­le und dem Bow­den­zug-Bogen zur Straff­zie­hung des Bow­den­zu­ges den Zug-Daht so schwach ein­zu­stel­len, dass bei Voll­gas nicht wirk­lich Voll­gas gege­ben wird. Ich hat­te das damals bei mei­nem Ligier für eine etwas “sehr pri­mi­ti­ve” Lösung gehal­ten. Aber was solls … der Prü­fer hat es akzep­tiert. Wohl dar­um, weil die Werk­statt die Rän­del­schrau­be ganz ein­fach mit einer Plom­be ver­se­hen hat­te.


PS: Ich habe den Bericht aus dem Gedächt­nis geschrie­ben. Falls ich mich hier oder da etwas unge­nau aus­ge­dückt haben soll­te, oder wenn sie etwas zur Ergän­zung die­ses Bei­trags bei­fü­gen kön­nen (z.B. wie viel Schei­ben ergibt die rich­ti­ge Geschwin­dig­kei), dann schrei­ben sie mir bit­te, damit ich den Bei­trag ver­voll­stän­di­gen kann. Fotos wären auch toll .…

 

 

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