Motor springt nicht an, Motorblock undicht?

Fra­ge: habe ein Pro­blem mit mei­nen “KLEE­NEN”. Er will ums Ver­re­cken nicht ansprin­gen. Also Sprit ist da, Zünd­fun­ke ist da, Zünd­ker­ze ist feucht, Ver­ga­ser aus­ge­baut und mal mit der Hand den Ansau­g­un­ter­druck am Stut­zen zur Mem­bra­ne geprüft. Also nach mei­ner Auf­fas­sung ist der Saug­ef­fekt nicht so dol­le. Wer­de jetzt mal die Mem­bra­ne tau­schen. Den­ke aber ein­mal, dass das nicht der Feh­ler sein kann. Jetzt zu mei­ner Fra­ge … gibt es Erkennt­nis­se wir stark der Ansaug­druck sein muss? Haben Sie eine Vor­stel­lung, wie man das mes­sen kann?

Ant­wort: Zuerst soll­ten Sie die Kom­pres­si­on prü­fen. Ist der Wert über 5 bis 6 bar, dann ist die­ser Bereich in Ord­nung, 8 ‑10 bar sind Spit­zen­wert. Unter 4 bar wird es schon schwie­rig mit dem Ansprin­gen.

Bevor wir mit der Prü­fung begin­nen, soll­ten Sie kon­trol­lie­ren, ob das Flat­ter­ven­til im Ansaug­krüm­mer auch ordent­lich abschließt. Ein alt bekann­te Feh­ler­ur­sa­che, die all­zu oft ver­nach­läs­sigt wird

Jetzt berei­ten wir den kom­plet­ten Test des Aggre­gats auf Dich­tig­keit vor. Aus­puff am Zylin­der abschrau­ben, dann eine Gum­mi­dich­tung aus einer Gum­mi­mat­ten bau­en, die den Aus­puf­f­aus­t­ritt am Zylin­der­kopf  ver­schließt, und dann den Aus­puff wie­der anschrau­be.

Jetzt ent­fer­nen Sie den Ver­ga­ser und ver­schlie­ßen den Ansaug­stut­zen mit einem Gum­mi­kor­ken, in des­sen Mit­te ein Auto- bzw. Fahr­rad­ven­til ein­ge­baut wur­de. Gebe Sie nun mit einer Hand­pum­pe 0,5 bar Druck drauf (das drückt in der Regel die Sim­mer­rin­ge gegen die Kur­bel­wel­le und dich­tet kom­plett ab). Nach etwa 20 Sekun­den soll­te der Druck immer noch bei 0,5 bar lie­gen. Wenn Druck sta­bil ist, dann den glei­chen Test noch ein­mal mit Unter­druck.

Beim Unter­druck wer­den die Sim­mer­rin­ge hin­ein­ge­zo­gen und kön­nen in die­ser Posi­ti­on Undich­tig­keit auf­wei­sen. Etwa 10 Sekun­den Stand­zeit wäre auch schon ok.

Hält Ihr Motor den Test durch, kön­nen Sie sicher sein, dass der Motor kei­ne Undich­tig­keit auf­weist. Ist etwas undicht, sind es fast immer die Sim­mer­rin­ge der Kur­bel­wel­le. Man kann sich aber bei einer Undich­tig­keit einen Gesamt­über­blick ver­schaf­fen, in dem man mit einem Leck­suchspray die ver­meint­li­chen Stel­len absprüht und dabei auf Luft­bla­sen­bil­dung absu­chen.

Bei Unter­druck die ver­mu­te­te Stel­le mit Öl bekle­ckern, Unter­druck her­ge­stellt, schon bald wird sich das Öl an der ver­mu­te­ten Stel­le in den Motor zieht und weni­ger wer­den. Hört sich selt­sam an, aber so wer­den Zwei­takt­mo­to­ren auf Dich­tig­keit geprüft.

Soll­te die Zünd­ker­ze stän­dig nass sein, dann könn­te auch der Schwim­mer vom Ver­ga­ser ein­fach nicht mehr dicht sein und das Kur­bel­ge­häu­se ist voll­ge­lau­fen. Mach Sie ein­mal den Ver­ga­ser ab und star­ten Sie ein­mal den Motor ohne Ver­ga­ser. Hal­ten Sie den Ver­ga­ser waa­ge­recht und schau­en Sie nach, ob beim Star­ten irgend­wo Ben­zin aus­läuft. Soll­te das der Fall sein, so schließt das Schwim­mer­ven­til nicht ordent­lich und muss ersetzt wer­den.

Nach­dem Sie den Motor mal etwas lei­ern gelas­sen hast, machen Sie die Ker­ze sau­ber und ver­suchst einen zwei­ten Start­ver­such …. wie­der ohne Ver­ga­ser, even­tu­ell ver­sucht er anzu­sprin­gen und geht sofort wie­der aus. Sprü­hen Sie beim nächs­ten Start­ver­such etwas Start­pi­lot, WD40 oder Brem­sen­rei­ni­ger in den Ver­ga­ser-Ansaug­stut­zen. Jetzt soll­ten Sie es schaf­fen, den Motor kurz­fris­tig am Lau­fen zu hal­ten. Wenn Ihnen das gelingt, liegt die Stö­rung im Ver­ga­ser.


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Um den Aus­puf­f­aus­gang zu ver­schlie­ßen, schrau­ben Sie den Aus­puff vom Zylin­der­kopf an, legen ein etwas dicke­re Gum­mi­dich­tung (die Sie vor­her zuge­schnit­ten haben) zwi­schen Aus­puff und Zylin­der­kopf, und schrau­ben alles wie­der zusam­men.

Für den Ver­ga­ser-Ansaug­stut­zen (Innen­durch­mes­ser 18 mm und Außen­durch­mes­ser 24 mm)  habe ich einen “Gum­mi­kor­ken” (Kor­ken mit Loch) benutzt, in dem ich ein Ven­til (ohne Ven­til­ein­satz) ange­baut habe.

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