Variomatik defekt

Fra­ge: Ich habe an dem Ligier Ambra Bau­jahr 2000, 0,5 Ltr. Lom­bar­di­ni Die­sel­mo­tor fol­gen­des Pro­blem. Ab einer Geschwin­dig­keit von ca. 20 kmh ( Halb­gas) kom­men aus dem Bereich der unte­ren Vario­ma­tik bzw. aus dem Getrie­be star­ke Schleif, bzw. Klopf­ge­räu­sche. Auch ein Anfah­ren am Berg ist kaum mehr mög­lich. Die obe­re Vario­ma­tik arbei­tet ein­wand­frei. Beim lau­fen­las­sen des Motors ohne Rie­men sind die Geräu­sche ver­schwun­den. Somit muss der Defekt im unte­ren Bereich lie­gen. Beim frei­en dre­hen der Räder (im auf­ge­bock­ten Zustand des Fahr­zeu­ges) ist kein ver­däch­ti­ges Geräusch (schlei­fen oder mah­len) aus dem Getrie­be zu hören. Kann das Geräusch von der unte­ren Vario­ma­tik kom­men oder han­delt es sich um einen Getrie­be­de­fekt? Wie kann ich das prü­fen?

Ant­wort: Das hört dich ja gar nicht gut an. Sie schrei­ben „ein Anfah­ren am Berg ist kaum mehr mög­lich“. Wie habe ich das zu ver­ste­hen? Motor läuft, aber kei­ne Kraft­über­tra­gung an den Rädern oder wer­den die Geräu­sche so stark, dass Sie lie­ber abbre­chen?

Haben Sie denn schon ein­mal die Rie­men abge­nom­men und geprüft, ob die Rie­men­schei­be bzw. die Vario­ma­tik auf der Wel­le zu viel Spiel haben? Also ich wür­de ja eher mei­nen, dass der­art star­ke Geräu­sche eher aus dem Getrie­be oder dem unte­ren Sekun­där­va­ria­tor (Kupp­lung) kom­men. Wir haben ein­mal bei einem ähn­li­chen Fall eine Pro­be­fahrt mit abge­bau­ter Motor­hau­be unter­nom­men, wobei eine zwei­te Per­son vor­ne auf der Front­schür­ze geses­sen hat­te. Sehr ris­kant … aber wir hat­ten damals die Ursa­che ermit­teln kön­nen.

Bocken Sie doch ein­mal ein Vor­der­rad etwas hoch, damit es frei dreht und ent­fer­nen Sie den Antriebs­rie­men von der Getrie­be­wel­le. Dre­hen Sie jetzt mit der Hand das Rad und fas­sen Sie mit der ande­ren Hand fest die Getrie­be­wel­le an. Nach mei­ner Auf­fas­sung müss­te man bei einem der­art gro­ßen Scha­den, der ja schon laut zu hören ist, eine ruckeln­de Kraft­über­tra­gung an der Wel­le zum Getrie­be zu spü­ren sein. Sprich Lager­scha­den im Getrie­be.

Oder packen Sie ein­mal die unte­re Vario­ma­tik an, und kip­pen und schie­ben Sie die etwas hin und her. Hat die Vario­ma­tik einen Scha­den, dann soll­ten Sie es so fest­stel­len kön­nen.

Tut mir wirk­lich leid, dass ich mit mei­nen Rat­schlä­gen da nicht wirk­lich hel­fen kann.

Feh­ler gefun­den! Noch­mal kurz die Schil­de­rung des Pro­blems: Ab einer gewis­sen Motor­dreh­zahl (egal ob im Stand — im Leer­lauf — oder wäh­rend der Fahrt) ent­stand im Bereich der unte­ren Getrie­be-Vario­ma­tik (Kupp­lung bzw. Sekun­där­va­ria­tor * Red.* ) ein lau­tes “klop­fen­des” Geräusch. Eben­falls war es nicht mehr mög­lich Stei­gun­gen zu fah­ren. Das Fahr­zeug blieb dann mit quiet­schen­dem, durch­rut­schen­den Rie­men ste­hen. Es klang fast so als sei kein Öl im Getrie­be. Ölstands Prü­fung aber ok. Nicht zu defi­nie­ren ob das Geräusch nun aus dem Getrie­be oder von der Vario­ma­tik kam.

Um die­se zu loka­li­sie­ren ent­fern­te ich den Antriebs­rie­men zwi­schen den bei­den Vario­ma­ti­ken. Nun setz­te ich eine Bohr­ma­schi­ne mit einer 17er Nuss auf die mitt­le­re Befes­ti­gungs­schrau­be der unte­ren Vario­ma­tik. Nun beschleu­nig­te ich mit der Bohr­ma­schi­ne das Getrie­be im Leer­lauf auf vol­le Dreh­zahl. Da so kein Geräusch, son­dern ein ein­wand­frei­er Lauf des Getrie­bes zu hören war stand fest, dass der Feh­ler und die Ursa­che des Geräu­sches die unte­re Vario­ma­tik sein muss­te. Beim Ver­such die Vario­ma­tik von der Getrie­be­wel­le abzu­bau­en fiel mir auf das durch die bis vor kur­zem feh­len­den (da ver­schlis­sen und ersetz­ten) Gleit­stü­cke die Vario­ma­tik ein­mal “über­ge­sprun­gen” war und somit die Vor­span­nung durch die Feder nicht mehr gege­ben war. Mit etwas Mühe gelang es mir die Feder wie­der vor­zu­span­nen und somit auch die Anpress­kraft der Vario­ma­tik wie­der zu erhö­hen. Beim anschlie­ßen­den Pro­be­lauf war das Geräusch ver­schwun­den. Eben­falls beschleu­nigt das Fahr­zeug auch an Stei­gun­gen wie­der .…

Klei­ner Feh­ler — gro­ße Wir­kung !  🙂

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