Vergaser zerlegen

Weil mein Fahr­zeug immer bei hohen Geschwin­dig­kei­ten (wenn man beim LIGIER davon reden kann), also wenn ich eine län­ge­re Stre­cke mit Voll­gas gefah­ren bin, fing mein Fahr­zeug an zu stot­tern und blieb letzt­end­lich ste­hen. Vom Ver­hal­ten her, ein­deu­tig “der Motor bekommt zu wenig Sprit”. Ben­zin­fil­ter und Ben­zin­pum­pe kön­nen es nicht sein, denn die habe ich erst vor Kur­zem aus­ge­wech­selt. Also den Ver­ga­ser aus­ge­baut und gerei­nigt. Auch wenn sich der Feh­ler spä­ter wegen eines abge­knick­ten Sprit­schlau­ches her­aus gestellt hat, so war es doch ein­mal ganz lehr­reich, sich den Ver­ga­ser etwas näher ange­se­hen zu haben.

Zuerst muss man die bei­den Schlauch­schel­len für Luft­zu­fuhr von Luft­fil­ter und vom Gum­mi­stut­zen zum Ansaug­krüm­mer lösen. Jetzt kann man den Ver­ga­ser schon ziem­lich frei in der Hand hal­ten. Um ihn ganz frei betrach­ten zu kön­nen, muss die Schrau­be vom elek­tri­schen Ansteu­er­ven­til (Start­au­to­ma­tik) ent­fernt wer­den, um danach das Ven­til mit einem etwas kräf­ti­gen Dre­hen aus dem Ver­ga­ser lösen zu kön­nen. Als nächs­tes müs­sen noch die bei­den Schrau­ben für die Gas­tech­nik (also die Mimik die mit dem Gas­pe­dal betä­tigt wird) ent­fernt wer­den. Nun ganz vor­sich­tig den Kol­ben aus dem Ver­ga­ser zie­hen. Jetzt end­lich ist der Ver­ga­ser kom­plett aus­ge­baut.

Im Grun­de genom­men kann man an so einem Ver­ga­ser nicht viel ein­stel­len. Eigent­lich nur das Rän­del­rad an das man von außen ran kommt, um das Stand­gas ein­zu­stel­len. Und zum Zwei­ten eine Schrau­be, wo man das Mischungs­ver­hält­nis ver­än­dern kann. Aber auch die­se Ein­stel­lung kann bequem im ein­ge­bau­ten Zustand vor­ge­nom­men wer­den. Da der Ver­ga­ser durch die Sprit­fil­ter gut gegen inne­re Ver­schmut­zung gesi­chert ist, gibt es nach mei­ner Auf­fas­sung über­haupt kei­nen Grund das Teil kom­plett aus­zu­bau­en.

Um aber wegen der Sau­ber­keit ganz sicher zu gehen, habe ich noch das Schwim­mer­ge­häu­se mit 2 Schrau­ben geöff­net und den Schwim­mer ent­nom­men. Bit­te dar­auf ach­ten .…. der Stift, den der Schwim­mer als Gelenk benutzt, steckt nur ganz lose im Gehäu­se. Zie­hen Sie den Stift gleich zu Anfang aus der Hal­te­rung und legen Sie ihn an einen siche­ren Ort und pas­sen Sie auf, dass es Ihnen nicht ver­lo­ren geht. Nach der Ent­nah­me des Schwim­mers kön­nen Sie kon­trol­lie­ren, ob die rote Gum­mi­spit­ze auf dem Ven­til­stift am Schwim­mer­ge­lenk unbe­schä­digt ist, ansons­ten der Ver­ga­ser über­lau­fen könn­te.

Ich habe noch alle Düsen ein­mal mit Druck­luft durch­ge­pus­tet und den Ver­ga­ser wie­der zusam­men gebaut. Dabei soll­ten Sie dar­auf ach­ten, dass die Gum­mi­dich­tung am elek­tri­schen Ven­til (Start­au­to­ma­tik) etwas ein­ge­fet­tet ist, damit es etwas leich­ter ein­zu­füh­ren geht. Ach­ten Sie dabei dar­auf, dass sich der O‑Ring (Gum­mi­ring) ohne abge­klemmt zu wer­den, rich­tig in der Öff­nung ein­führt wur­de. Auch der Gum­mi­schlauch zum Luft­fil­ter lässt sich etwas leich­ter auf den Ver­ga­ser ste­cken, wenn etwas Fett im Spiel ist.

Auch wenn ich bei die­ser Mon­ta­ge kei­nen Feh­ler gefun­den habe, so kann ich doch zumin­dest sagen, dass ich jetzt weiß, wie so ein “Din­ges” von Innen aus­sieht, und alles wie­der schön sau­ber ein­ge­baut wur­de.

Vergaser einstellen …

Den Ver­ga­ser ein­zu­stel­len ist eine Wis­sen­schaft für sich. Des­halb will ich hier nur auf die Grund­ein­stel­lun­gen ein­ge­hen, die jeder “Moped­fah­rer” beherscht. Star­ten Sie den Motor, dre­hen Sie die Ren­del­schrau­be links am Ver­ga­ser (mit dem schwar­zen Kunst­stoff-Kopf) um das Stand­gas ein­zu­stel­len. Sor­gen Sie dafür, dass der Motor nicht zu hoch dreht. Jetzt neh­men Sie einen etwas brei­te­ren kur­zen Schrau­ben­zie­her und ver­stel­len die links am Ver­ga­ser befind­li­che Gemi­sch­ein­stel­lung (unmit­tel­bar hin­ter der Ren­del­schrau­be für das Stand­gas). Dre­hen Sie die Schrau­be ganz lose ganz tief rein bis zum Anschlag. Danach die Schrau­be etwa 1 1/2 bis 2 Umdre­hun­gen wie­der raus­dre­hen. Dies ist die soge­nann­te “Nato-Stan­dard-Ein­stel­lung” für Zwei­takt­ver­ga­ser. Danach noch ein­mal das Stand­gas nach­re­gu­lie­ren … fer­tig. Etwas genau­er beschrie­ben wird die Ein­stel­lung unter Ver­ga­ser ein­stel­len.

Ob Ihr Gemi­sch­ein­stel­lung rich­tig war, kön­nen Sie spä­ter am Zünd­ker­zen­bild fest­stel­len. Soll­te die Zünd­ker­ze reh­braun sein,  dann haben Sie die rich­ti­ge Ein­stel­lung getrof­fen. Ist Sie hin­ge­gen zu dun­kel, dann bekommt der Motor zuviel Sprit … also am Ver­ga­ser die Gemisch-Ein­stel­lungs­schrau­be etwas rein­dre­hen. Ist die Zünd­ker­ze zu hell, dann bekommt der Motor zu wenig Sprit … also die Gemisch- Ein­stel­lungs­schrau­be etwas her­raus dre­hen. Mit “etwas dre­hen” mei­ne ich etwa eine hal­be Umdre­hung. Dann nach eini­gen Wochen noch ein­mal Tes­ten und ent­spre­chend nach­re­gu­lie­ren.

Ganz klu­ge Köp­fe dre­hen so lan­ge die Gemi­sch­ein­stel­lungs-Schrau­be raus, bis der Motor die höchs­te Dreh­zahl hat und dre­hen danach die Schrau­be wie­der ein klein wenig rein . Ist auch rich­tig. Aber am Ende laden sie meis­tens alle bei der Nato-Ein­stel­lung.

klick auf Schrift …

Der Ver­ga­ser
Die Ein­stel­lun­gen
Zur Bild­fol­ge Ver­ga­ser

Print Friendly, PDF & Email