Bremssattel vorne gangbar machen

Ich will es gleich vor­weg neh­men … den Brems­sat­tel “gang­bar” zu machen, ist beim AMBRA eine recht dif­fi­zi­le Sache, weil der Brems­kol­ben aus Spritz­guss besteht. Durch das Fas­sen mit der Zan­ge kann der Zylin­der so sehr beschä­digt wer­den, dass er danach nicht mehr zu gebrau­chen ist.

Wenn eine Brem­se nicht rich­tig löst und dadurch zu heiß wird, dann kann es an zwei­er­lei Pro­ble­me lie­gen. Ein­mal … die Sat­tel­füh­rung ist durch Schmutz­ein­la­ge­run­gen fest und kann den Sat­tel nicht mehr “hin und her schie­ben”. Und zum ande­ren … (hier in die­sem Bericht)  der Brems­zy­lin­der ist fest. Wir wol­len ein­mal zuse­hen, ob wir ohne gro­ßen Auf­wand das Pro­blem behe­ben kön­nen.

Also … wie bereits zuvor beschrie­ben, (Info) habe ich das Vor­der­rad abge­schraubt. Dann habe ich mich dar­an­ge­macht, den Brems­sat­tel “zu tei­len”, in dem ich zuerst die bei­den Hal­te­stif­te für die Brems­klöt­zer mit einem Durch­schlag so weit nach hin­ten oder vor­ne durch­ge­schla­gen habe, dass ich die Brems­klöt­zer ent­neh­men konn­te.

Jetzt habe ich die bei­den Inbus­schrau­ben raus­ge­schraubt, die den vor­de­ren Teil des Brems­sat­tels hal­ten, und den vor­de­ren Teil des Brems­sat­tes abge­nom­men. Danach die bei­den hin­te­ren Inbus­schrau­ben abschrau­ben, die den Brems­sat­tel an der Vor­der­ach­se hal­ten.

die Dat­tel­füh­rung …

Jetzt kom­men Sie an die bei­den Hül­sen samt Staub­ab­de­ckun­gen (Brems­sat­tel Man­schet­te ET Nr. 001 003 009) raus­drü­cken. Alles rich­tig säu­bern, die Hül­sen und die Füh­rung im Sat­tel mit Plas­tel­u­se Pas­te (gibt es für ganz dün­nes Geld bei ebay oder im KFZ-Zube­hör) ein­strei­chen, und die neu­en Staub­ab­de­ckun­gen in die Öff­nung drü­cken. Die Hül­se soll­te sich danach im Sat­tel hin und her drü­cken las­sen. Danach alles wie­der zusam­men­schrau­ben.

der Zylin­der ist fest …

Wenn der Zylin­der in der Brems­klaue fest ist, kann man ver­su­chen, den Zylin­der wie­der gang­bar zu machen. Wenn Sie jetzt im aus­ge­bau­tem Zustand des Brems­sat­tels auf die Brem­se tre­ten wür­den, dann könn­te unter Umstän­den der Brems­sat­tel­kol­ben mit einem Schlag aus der Lauf­büch­se her­aus­sprin­gen, der sich ohne enor­me Vor­ar­bei­ten (alles säu­bern, Rost­grad ent­fer­nen, neue Dicht­rin­ge mon­tie­ren und den Kol­ben wie­der ein­set­zen, ohne dabei die neu­en Dicht­rin­ge zu beschä­di­gen).

Des­halb emp­feh­le ich sich von ebay für unter 20,- € einen Brems­kol­ben Rück­stel­ler zu beschaf­fen. Mit die­sem Werk­zeug hal­ten sie den Kol­ben im Brems­zy­lin­der fest, oder bes­ser gesagt … sie kon­trol­lie­ren, wie weit sich der Kol­ben aus dem Zylin­der aus­tritt.  Wenn jetzt ein zwei­ter Mann die Brem­se bedient, lösen sie den Rück­stel­ler Stück für Stück, soweit, bis der Kol­ben etwa 1 cm aus dem Sat­tel her­aus­ragt. Jetzt den Kol­ben mit dem Rück­stel­ler wie­der in den Kol­ben zurück drü­cken .… bis hin zum Anschlag. Dann wie­der­ho­len sie den Vor­gang noch eini­ge male. Zwi­schen­durch immer wie­der etwas Öl in die Lauf­büch­se sprü­hen.

Soll­te das Vor­ge­hen kei­nen rich­ti­gen Erfolg zei­gen, hal­ten Sie mit der lin­ken Hand den Brems­sat­tel und in der rech­ten Hand eine Rohr­zan­ge, um jetzt den eigent­li­chen Zylin­der vor­sich­tig hin und her zu dre­hen. Ziel ist es, dass sich der Kol­ben leich­ter im Brems­sat­tel bewe­gen lässt. Dies ist beim Brems­sat­tel vom LIGIER etwas pro­ble­ma­tisch, weil der Kol­ben aus Spritz­guss ist und man nur ganz wenig Platz fin­det um mit der Zan­ge anzu­set­zen.

Soll­ten Sie den Ein­druck bekom­men, dass sich ohne Beschä­di­gung des Brems­kol­bens kei­ne Ver­än­de­rung in der Leicht­gän­gig­keit des Kol­bens ergibt, dann bre­chen Sie den Vor­gang ab und über­le­gen sich lie­ber, ob Sie ggf. den Brems­sat­tel mit einem Repa­ra­tur­satz wie­der instand­set­zen wol­len. Dass funk­tio­niert natür­lich nur, wenn Sie zuvor der Kol­ben mit der Zan­ge nicht zu sehr beschä­digt haben. Also gehen Sie vor­sich­tig mit dem Ein­satz der Zan­ge um.

Bei mir lief das Fahr­zeug nach dem Gang­bar­ma­chen mit der Zan­ge und dem Ein­fet­ten der Füh­rungs­hül­sen wie­der ein­wand­frei. Da ich nicht wuss­te, wie leicht­gän­gig “nor­ma­ler­wei­se” der Brems­zy­lin­der funk­tio­niert, war ich nach mei­ner soge­nann­ten “Repa­ra­tur” eher skep­tisch, wie lan­ge es dau­ern wird, bis das Rad wie­der blo­ckie­ren wür­de. Jetzt, nach gut einem Jahr, dreht sich das Vor­der­rad immer noch frei. War­ten wir es ab …

Für ganz Muti­ge emp­feh­le ich sich einen neu­en Dicht­satz (Repa­ra­tur­satz) für den Brems­sat­tel oder gleich ein ganz neu­en Brems­sat­tel zu beschaf­fen. In die­sem Fall tre­ten sie so lan­ge auf das Brems­pe­dal, bis den Zylin­der voll aus dem Zylin­der raus­rutscht. Rei­ni­gen und fet­ten Sie die Lauf­büch­se und bau­en Sie alles wie­der zusam­men. Natür­lich müs­sen sie danach die gesam­te Brems­an­la­ge ent­lüf­ten.

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⭕️ Brem­sen vor­ne klem­men
⭕️ Brems­sat­tel Füh­rung
⭕️ Brems­an­la­ge ent­lüf­ten

Hier noch ein­mal die aus­drück­li­che War­nung, nicht ohne Fach­kennt­nis an der eigent­li­chen Brems­an­la­ge rum­zu­schrau­ben. Sie brin­gen damit nicht nur sich selbst, son­dern auch die ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer in Gefahr.
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